Liebe Leserinnen, liebe Leser

Am nächsten Tag wachte Königin Karo, die Allerletzte von Zissmar, wie der gesamte Hofstaat nach dem Gelage am Vorabend erst gegen die Mittagsstunde auf. Und das auch nur, weil der extra aus Colonia angeforderte Raik Kikiriki, seines Zeichens Meister der universellen Lebensenergien und Moralapostel, der keinen Spaß versteht, einen wahren Veitstanz aufführte.

Die Schoßhunde regten sich derart auf, fingen so richtig laut zu Bellen an, allen voran und weithin über die Lagergrenze vernehmlich natürlich der Jokel aus dem Geschlecht der Jammerlappen, der wohl in der Nacht nicht, wie gewohnt, zum Zuge gekommen war!

Die Erste Hofdame, Rosa mach Dich vom Acker, hatte sich indes in der Nacht an den Chef der Bagagewagen ran gemacht, getreu dem Motto: einen kostenlosen Transporteur in der Familie kann man immer gut gebrauchen und was man hat, hat man.

Großes Entsetzen kam auf als man nach längerer Suche endlich Königin Karo, die Allerletzte von Zissmar, fand. Diese hatte in der Nacht den lange, lange herbei gesehnten persönlichen ersten Kontakt zu Didier Pellegrand, dem Fürsten der Finsternis, gehabt.

Es war dann wohl  zu ungewohnten körperlichen Aktivitäten auf der Friedhofsmauer gekommen, in deren Verlauf sie gestürzt und auf dem Kopf gelandet war. An der linken Schädelhälfte war eine tiefere Platzwunde entstanden, aus der gelbliche, gallertartige Flüssigkeit ausgetreten war und immer noch leicht tropfte. 

Die Erste Sanitätsfrau, Kristina von Warumnich, war damit leider natürlich wieder absolut heillos überfordert, jedoch die herbeieilende Angina von Herzberg, mit ihren umfangreichen Kenntnissen aus der Tiermedizin diagnostizierte dann auch präzise, dass es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit um Eigelb handele, also wahrscheinlich von Brutvögeln im Nistplatz herstammte.

 

Berthold Edler vom Königlichen Herrengut 1.9.5.0 in Finsterwalde, seines Zeichens der Hundeführer ihrer Majestät hatte dann einen wirklich richtig genialen Einfall:

Der auf die Wunde aufgebrachte Zellstoff wurde mittels eines Hundemaulkorbes artgerecht fixiert.

Respekt und ehrlich beschrieben: ein Bild für die Götter!

Ihre Hoheit, Amalia vom Kronkorken, die angedachte Thronfolgerin, übernahm von Königin Karoline das Zepter und die Reisekarte mit dem geheimen Reiseziel, während die Schoßhunde  wieder freudig mit den Schwänzchen wedelten .

Angesichts der verlorenen Zeit und bereits einsetzender Dunkelheit beschloss der kurzfristig einberufene Kronrat unter Beisitz des Rechtsverdreher der Königin, Franz vom Backhaus, nicht das Risiko einzugehen in der Nacht orientierungslos umherzuirren, sondern die Lagerstatt noch eine weitere Nacht vor Ort aufrecht zu erhalten.

Das Abendessen viel eher spartanisch aus. Es gab Brot aus bestem Aurora Weizenmehl gefertigt und mit Sonnenblumenöl bestrichen im Steinofen gebacken. Und Spitzkohl an Sellerie angerichtet, um die Schoßhunde für die Nacht vorzubereiten. Dazu Sonnenblumen-Margarine und zur Erheiterung Melonen-Bowle mit ganzen Früchten.

Resultierend aus dem schweren Verwirrtheitszustand nach dem Sturz war Königin Karo, die Allerletzte von Zissmar, nicht in der Lage selbständig die Nahrung aufzunehmen. Die Erste Hofdame, Rosa mach Dich vom Acker, kümmerte sich rührend und liebevoll um sie, sodass es zu einer ausreichenden Nahrungszufuhr gereichte

Im Großen und Ganzen wiederholte sich der Ablauf inklusive des königlichen Bäuerchens

Der Hoffnarr Fru von Bämer-Kruise,

dessen Platte wohl irgendwie einen „Sprung“ hat, nahm wieder die Anregung umgehend auf und grunzte ebenso vollgefressen bis zum Stehkragen, wie am Vorabend, jedoch diesmal mit klimpernden Hosentaschen

„Warum rülpset und furzet Ihr nicht?

Hat es Euch nicht geschmecket?“

Tja, in diesen hoch adligen Kreisen werden Traditionen noch standesgemäß ausgelebt, lediglich mit der Etikette hapert es hier und da ein ganz klein wenig

Und die Moral von dem Teil der Geschicht:

Eierkopf bleibt Eierkopf, da hilft der tollste Maulkorb nicht!

Ende des 2. Teiles

Wie diese abenteuerliche Reise weitergeht, welches Reiseziel sie letztendlich hat und wie sie dann endet, erfahrt Ihr in den nächsten Tagen, da der Reiseberichterstatter von Ihrer Majestät noch Sonderaufgaben zugeteilt bekommen hat.

Für heute wünsche ich uns allen einen unfallfreien, erholsamen Samstag mit vielen Sonnenstunden und ausreichend Gelegenheiten zum Schmunzeln

Werner

 

P.S.: 

Hier anklicken zum Teil 1 der Geschichte

Jede Ähnlichkeit mit real existierenden Personen wäre purer Zufall! Nur Menschen mit sehr ausgeprägten Phantasien könnten hier eine geistige Verbindung eingehen oder sich gar identifizieren